Modedroge Crystal Meth


In der Arbeitswelt angekommen
Modedroge Crystal Meth

Die Modedroge Crystal Meth gehört zu den gefährlichsten Drogen. Sie macht besonders schnell süchtig und hat einen gravierenden psychischen und körperlichen Verfall zur Folge. In Deutschland findet die Droge immer größere Verbreitung, auch in der Arbeitswelt. Darauf machen die Experten von der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) aufmerksam.

Längst keine Party-Droge mehr

Die Basis der kristallartigen Droge Crystal Meth ist das Stimulanzmittel N-Methamphetamin. Dieses leitet sich chemisch aus dem früher oft als Droge missbrauchten «Schlankheitsmittel» Amphetamin ab. Crystal Meth war zunächst eine Droge der Party-Szene, um beim Feiern und Tanzen länger durchhalten zu können. Inzwischen hat die Substanz auch den Ausbildungsbereich und die Arbeitswelt erreicht. Immer häufiger konsumieren Menschen die Droge, um Stress besser bewältigen zu können und ihre berufliche Leistung zu steigern. „Im Studium und Berufsleben wird die Droge von Menschen konsumiert, die einen hohen Leistungsdruck verspüren oder die auch körperlich viel leisten müssen – etwa bei Nacht- oder Schichtarbeit“, ergänzt Prof. Bleich. „Doch auch Mütter und Väter, die sich offenbar einem hohen Druck ausgesetzt sehen, konsumieren die Droge, um ihren Alltag besser bewältigen zu können. Ein weiteres Motiv ist, dass es eine starke sexuelle Stimulation verursacht – stärker noch als es von Kokain bekannt ist.“

Schneller abhängig als bei Kokain

„Die Wirkung von Methylamphetamin ist fatal. Im Vergleich zu anderen Drogen – beispielsweise Kokain – erreicht die Substanz im Belohnungszentrum des Gehirns eine noch schnellere Wirkung und höhere Konzentration. Dies hat eine extreme Steigerung des Selbstwertgefühls zufolge, die kaum eine andere Droge erreicht. Die intensive Wirkung im Belohnungszentrum hat massive psychische und körperliche Folgen und führt zu einer schnelleren und stärkeren Abhängigkeitsbildung“, warnt Prof. Dr. med. Stefan Bleich von der DGPPN. „Dieses unter Fachleuten als «Craving» bezeichnete Bedürfnis, die Droge erneut zu konsumieren, kann schon nach einmaligem Konsum sehr ausgeprägt sein und ein unausweichliches Verlangen provozieren.“ Sucht-Patienten kompensieren den zunehmenden Wirkungsverlust der Droge dann mit immer höheren Dosen.

Gravierende Schäden drohen

Im Unterschied zum Kokain wird Crystal Meth synthetisch hergestellt, meist geschnupft, inhaliert oder als Tablette geschluckt. Wird die Droge über längere Zeit eingenommen, sind die Schäden massiv: „Es können Gewichtsverlust, Schäden an Magen, Leber und Nieren, Herzrhythmusstörungen auftreten sowie faulende Zähne, Hautausschläge und schwere Schlafstörungen“, erklärt Prof. Dr. Bleich. „Typische psychische Komplikationen sind Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme, Aggression, Depression sowie gravierende Persönlichkeitsveränderungen.“ Zudem wirkt Crystal Meth extrem neurotoxisch. Es zerstört Nervenzellen des Gehirns, ohne dass sie sich regenerieren können, was zu einem extrem schnellen körperlichen Verfall beiträgt. Die massiven körperlichen und psychischen Folgen sind auf die lange Verweildauer der Droge im Körper zurückzuführen.

Professionelle Hilfe möglichst früh in Anspruch nehmen

Um die körperlichen und geistigen Schäden gering zu halten, empfehlen die Experten den Konsumenten, sich möglichst früh professionelle Hilfe zu suchen. Erste Anlaufstellen bieten Drogenberatungsstellen. Auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) können Drogenkonsumenten nach Suchtberatungsstellen in ihrer Nähe suchen. „Wer suchtkrank ist, braucht eine an die Art des Suchtmittels, das Stadium und die Schwere der Krankheit angepasste Behandlung. Sie kann je nach Schweregrad der Erkrankung ambulant oder stationär erfolgen“, berichtet Prof. Bleich. „Entscheidend ist es, den Abhängigen im eigenen Interesse zur Entwöhnung zu motivieren sowie Maßnahmen, die einen Rückfall verhindern, anzubieten. Der Patient muss alternative Mechanismen bei Problemen und Konflikten erlernen, damit er in Stresssituationen und schlechten Zeiten nicht wieder zur Droge greift“, erklärt der Suchtexperte. Nach der akuten Therapie ist in der Regel eine weiterführende ambulante Betreuung wichtig, um die Menschen dabei zu unterstützen, langfristig abstinent zu bleiben.

News

Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht
Brustkrebs-Risiko wird nicht erhöht

Ob Fehlgeburt oder Abtreibung

Abtreibung führt zu Brustkrebs! Diese Parole wird seit Jahren immer wieder ins Feld geführt, um schwangere Frauen von einem Abbruch abzuhalten. Dass das nicht stimmt, wird durch eine finnische Studie erneut untermauert.   mehr

Rezepte gegen Kater
Rezepte gegen Kater

Zu tief ins Glas geschaut?

Ob Familienfeier, Biergartenausflug oder Party: Wer beim Alkohol über die Stränge schlägt, bezahlt das am nächsten Tag meist mit einem Kater. Was hilft dagegen?   mehr

Blutdruckmessen will gelernt sein

Mann sitzt an einem Tisch und misst sich mit einem Blutdruckmessgerät selbst den Blutdruck.

Achtung Armhaltung!

Für eine korrekte Blutdruckmessung ist nicht nur ein geeignetes Gerät wichtig. Auch die Armhaltung muss stimmen – sonst kommen dabei leicht falsche Werte heraus.   mehr

Was tun gegen Cholesterin
Eine Person rührt Eier in einer Schüssel

Diät oder Therapie?

Die Frage beschäftigt Menschen mit zu hohen Cholesterin schon lange: Muss ich bei erhöhten Cholesterin-Werten auf das Frühstücksei verzichten? Und umgekehrt: Reicht eine Diät möglicherweise aus, um die Werte zu senken?   mehr

Zuckermessung zur Lifestyle-Optimierung
Zuckermessung zur Lifestyle-Optimierung

Bringt das was?

Für Menschen mit Diabetes ist es heutzutage normal: die kontinuierliche Messung des eigenen Blutzuckers. Doch ist die Methode auch für Gesunde sinnvoll?   mehr

Alle Neuigkeiten anzeigen

Ratgeber Thema im Mai

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Was tun, wenn das Kind fiebert?

Temperaturalarm im Kinderzimmer

Wie misst man die Temperatur am besten? Muss man Fieber senken? Und vor allem: Wann muss das Fieberk ... Zum Ratgeber
Nord-Apotheke
Inhaber Dr. Dirk Müller
Telefon 02305/7 39 92
Fax 02305/89 27 94
E-Mail info@nord-apotheke-castrop.de